«Jetzt wird aus der Baustelle ein Sportzentrum voller Leben»
Das Sportzentrum Zürich nimmt schon bald den Betrieb auf. Michel Brand von HRS, Bauleiter auf dem Grossprojekt, spricht über die Zielgerade, die Herausforderungen im Innenausbau und den Moment, in dem sich die ganze Arbeit gelohnt haben wird.
Herr Brand, wenn Sie heute durch das Sportzentrum Zürich gehen: Was sehen Sie zuerst, eine Baustelle oder bereits die künftige Sportwelt?
Ich sehe heute schon gut, wie das Sportzentrum später genutzt wird. Es wird zwar noch gearbeitet, aber ich freue mich sehr, dass die Hallen und Räumlichkeiten, die HRS als Totalunternehmerin realisieren darf, bereits sehr fertig wirken.
Das Projekt befindet sich auf der Zielgerade. Was sind im Moment die wichtigsten Arbeiten, die noch abgeschlossen werden müssen?
Jetzt geht es vor allem um die Fertigstellung der Innenausbauten, der Umgebung, die vielen Inbetriebnahmen der gesamten Gebäudetechnik und die letzten Tests aller Anlagen.
In den Turnhallen sind die Böden verlegt. Wie heikel war dieser Schritt? Gerade, weil Sportböden später höchsten Belastungen standhalten müssen.
Sehr heikel. Die Böden müssen den Anforderungen vieler Sportarten entsprechen und über viele Jahre hohen Belastungen standhalten.
Gleichzeitig laufen in Garderoben, Büros und im Catering-Bereich Installationen für Strom, Wasser und Technik. Wie schwierig ist es, diese vielen Gewerke auf engem Raum zu koordinieren?
Das ist aktuell eine der grössten Herausforderungen. Viele Unternehmer arbeiten zum Teil gleichzeitig in denselben Räumlichkeiten. Da braucht es eine gute interne Planung und tägliche Abstimmung mit allen Beteiligten, da auch immer einmal etwas Unvorhergesehenes zusätzlich eintreffen kann.
Auf der Projektseite heisst es sinngemäss: Gegen Ende wird es bei Grossprojekten nochmals eng, weil viele Unternehmer gleichzeitig arbeiten und alle Platz brauchen. Spüren Sie diesen Druck jetzt täglich?
Ja, auf jeden Fall. Gegen Ende eines Projekts wird es immer enger. Aber genau dafür haben wir pro Subunternehmer erfahrene Teams auf der Baustelle.
Das Sportzentrum Zürich kostet rund 65 Millionen Franken. Wie gross ist die Herausforderung, in dieser Schlussphase nicht nur den Terminplan, sondern auch den Kostenrahmen zu halten?
Beides hat hohe Priorität. Wir kontrollieren laufend Termine und Kosten, damit das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Der Bau begann mit grossen Erwartungen von Sportverbänden, Vereinen, Politik und Bevölkerung. Gab es während der Bauphase auch kritische Momente?
Natürlich. Bei einem Projekt dieser Grösse gibt es immer Herausforderungen. Wichtig ist, dass man Lösungen findet, gemeinsam vorwärtskommt und das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verliert.
Was war baulich oder organisatorisch die grösste Knacknuss bei diesem mehrgeschossigen Sportzentrum mit Hallen, Garderoben, Technikräumen, Schulungsräumen, Gastronomie und Sportmedizin?
Die vielen unterschiedlichen Nutzungen unter einem Dach. Sporthallen, Garderoben, Nasszellen, Gastronomie, Büros und Technik mussten optimal aufeinander abgestimmt werden.
Der Rohbau war im Speziellen sehr intensiv und überdurchschnittlich aufwendig. Dies aufgrund von versetzten und darüberliegenden Hallen und Räumlichkeiten. Ebenfalls war die Logistik permanent eine Challenge. Grosses Hallenvolumen bedeutet auch grosse Spannweiten. Von vier Fassadenseiten konnten wir für die Logistik bloss zwei benützen, und dementsprechend war die Anlieferung grösstenteils am Limit.
Das Zentrum soll künftig über 30 Sportarten aufnehmen. Wie stark hat diese Vielfalt den Bau komplizierter gemacht?
Sehr stark. Jede Sportart hat andere Anforderungen. Das musste bei der Planung und Ausführung berücksichtigt werden. Aufgrund der Vielfalt war natürlich auch die Planung zeitlich sehr gefordert, um alles abzustimmen. Aufgrund der Lieferfristen musste spezielles Material genügend früh bestellt werden.
Sie sind einer von fünf Bauleiter. Wie muss man sich diese Zusammenarbeit vorstellen? Wer entscheidet was, und wie verhindert man Reibungsverluste?
Jeder hat seinen Verantwortungsbereich. Gleichzeitig stimmen wir uns regelmässig ab und treffen wichtige Entscheidungen gemeinsam. Wie auch im Sport sind wir alle unterschiedliche Charakter und Nationalitäten. Eine gesunde Mischung macht es aus.
Am 17. August soll das Sportzentrum seine Türen öffnen. Was muss bis dahin zwingend funktionieren, damit aus der Baustelle tatsächlich ein betriebsbereites Sportzentrum wird?
Alle technischen Anlagen müssen laufen, die Abnahmen müssen abgeschlossen sein und der Betrieb muss bereit sein. Zudem finden im Juli alle behördlichen Abnahmen statt, welche essenziell für eine Bezugsbewilligung benötigt werden.
Wenn hier bald Kinder, Vereine, Leistungssportlerinnen, Schüler, Trainer, Zuschauer und Besucher ein- und ausgehen: Was wird für Sie persönlich der Moment sein, in dem Sie sagen können: Jetzt hat sich die ganze Mühe gelohnt?
Wenn die ersten Mieter, Sportlerinnen und Sportler die Räumlichkeiten und Anlagen nutzen und das Gebäude mit Leben gefüllt wird.
Vielen Dank an jeden, der an diesem neuen Sportzentrum mitgewirkt hat. Es ist in der Art und Weise, wie es nun dasteht, einzigartig.


